Annette Katharina Hildebrandt

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Biographische Daten

Herkunft

Geboren am 10. August 1954 in Berlin Mitte, Bernauer Straße 4, Sektorengrenze zu Berlin-Wedding als Tochter des Pfarrerehepaars Helmut und Erna Hildebrandt. Ostern 1961 Einschulung in Westberlin. Eigenes Erleben des Mauerbaus im August 1961. Im September 1961 erzwungener Umzug in das „Schleiermacherhaus“ in Berlin Mitte. Erneute Einschulung, dieses Mal in Ostberlin. Besuch der Allgemeinbildenden Polytechnischen Oberschule bis zum Abschluss der 10. Klasse. Konfirmation unter dem Konfirmationsspruch: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5, Vers 29). Da weder Pionier- noch FDJ-Mitgliedschaft trotz eines Notendurchschnittes von 1,1 („mit Auszeichnung bestanden“) keine Zulassung zum Abitur. Einziges berufsbildendes Angebot seitens der Schule: Ausbildung zur Brauereifacharbeiterin im VEB Bürgerbräu. Dem entgegen Berufsausbildung zunächst zur Krankenschwester, anschließend zur Audiologisch-Phoniatrischen Assistentin.

Im Jahr 1979 Geburt des Sohnes, 1981 Geburt der Tochter; verheiratet mit Lothar Tautz.

Bild zeigt Annette Hildebrandt in einer Steppe stehend

Musik

Von 1965 bis 2010 kontinuierliche Mitgliedschaft in Laienchören; damit verbundene Reise- und Konzerttätigkeit im In- und Ausland (Polen, Ungarn, Litauen, Österreich, Niederlande, Schweiz, Finnland, Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Spanien). Die Berliner Domkantorei und der Thüringische Akademische Singkreis fungierten zu Vorwendezeiten als gesellschaftliche „Nische“. Mit der Berliner Domkantorei Bau eines Chorheimes in Bobbin/Rügen.

Ab 1965 Cellounterricht; Cellistin im Berliner Ärzteorchester und in einem Kammerensemble, das in den Bezirken Halle, Leipzig und Magdeburg rege Konzerttätigkeit entwickelte (Teilnahme an Chansonwettbewerben, Aufführungen von Kammeropern); ab 2007 Kontrabassspiel (akustisch und elektrisch), Gründerin, Leiterin und Mitglied verschiedener Bands (Rock, Pop, Weltmusik, Gospel, Kirchenmusik).

Politik

September 1989 Eintritt in das „Neue Forum“. Oktober 1989 Eintritt in die SDP, Gründung des Berliner Landesverbandes, Wahl in den Berliner SDP-Vorstand (zuständig für den Aufbau des Landesverbandes Ostberlin, zeitweise einzige Ostberliner Kontaktadresse); Mitglied im Landesparteirat Berlin; für die SPD Mitglied der Wahlkommission der DDR; 1990 die erste und zeitweise einzige ostdeutsche freie Mitarbeiterin der „Demokratischen Gemeinde“; für die SPD Mitglied im Beirat für dezentrale Kultur des Stadtbezirks Mitte; Wahl in die Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin, dort tätig in den Ausschüssen Gesundheit/Umwelt, Jugend/Kultur (stellv. Vorsitzende), Jugendhilfe, Gleichstellung (stellv. Vorsitzende), Finanzausschuss; Mitglied des Kreisvorstandes Mitte als stellv. Vorsitzende; federführend in der Ausarbeitung des bezirklichen Wahlprogrammes für den Bereich Jugend und Kultur; Wahl in die bezirkliche Schiedskommission; Gründung der „Hildebrandt-Singers“ als Wahlkampfgag; von 1998 bis 2005 mit Ehemann Lothar Tautz führen des privaten politisch-kulturellen „Salon Hildebrandt“ in Berlin-Mitte. Gäste u.a. Walter Jens, Jürgen Rennert, Klaus Staeck, Richard Stöss, Wolfgang Ullmann, Christa Wolf; Mitglied des Arbeitskreises Kultur des Stadtbezirkes Berlin-Mitte; Mitveranstalterin der politisch-kulturellen Veranstaltungsreihe „Querfurter Abendzeiten“ auf der Burg Querfurt; Wahlkampfleiterin des Europawahlkampfes für Ulrich Stockmann; Burgschreiberin auf der Burg Querfurt; Preisträgerin des Halberstädter Minna-Bollmann-Preises; Mitbegründerin des Heldrunger Unterstützerkreises für Geflüchtete; bis Ende 2017 Mitglied des Flüchtlingsbeirates des Kyffhäuserkreises; seit 2016 Mitglied im Ruderverein „Wasserfreunde Erkner“; Ende 2018 Austritt aus der SPD; Anfang 2019 Eintritt bei „Bündnis 90/Die Grünen“.

Berufstätigkeit

Audiologisch-Phoniatrische Assistentin in der Saalkreis-Poliklinik (Halle/Saale); Chefsekretärin im Lektoratssekretariat der Evangelischen Verlagsanstalt (Berlin) unter Dr. Siegfried Bräuer; Dozentin für Sprecherziehung und Rhetorik am Sprachenkonvikt (Berlin); Audiologisch-Phoniatrische Assistentin in der Betriebspoliklinik am Alexanderplatz (Berlin); Geschäftsführerin der Berliner Domkantorei e.V.; Assistentin am Europäischen Parlament; freiberufliche Kulturmanagerin und Leiterin des Projektbüros Hildebrandt; Schriftstellerin; Geschäftsführerin des Landesausschusses des Evangelischen Kirchentages in der Kirchenprovinz Sachsen; Organisation diverser Kirchentagskongresses Publikation diverser Studien zu touristischen Entwicklungsfeldern; Mitarbeit beim Aufbau der Metropolregion Mitteldeutschland im Auftrag des Burgenlandkreises; Konzeptionelle Entwicklung einer mitteldeutschen Chorherberge; Durchführung von Schulprojekten im Rahmen der politischen Bildung (Schwerpunkt DDR-Geschichte).